Wie lange lebt eine Biene?

Wie lange lebt eine Biene?

Im Laufe eines Sommers werden wir als echte Imkerfamilie von vielen Kindergärten und Schulen besucht. Fragt man in die Runde der neugierigen Gesichter, wie lange denn eine Bienen möglicherweise lebt, sind die Antworten und Tipps so vielfältig wie die bunten Farben einer Blumenwiese:

Ein ganzes Jahr, wenige Wochen, gar mehrere Jahre oder vielleicht doch nur wenige Tage, wie eine Eintagsfliege? Die richtige Antwort lautet: Kommt ganz' darauf an! Und schon beginnt die Geschichte von den Bienen und den Blümchen...

Wovon hängt die Lebensdauer einer Biene ab?

Ähnlich wie bei uns Menschen hängt das Leben einer Biene von vielen/mehreren Umständen ab. Bei Bienen ist die Lebensdauer im Wesentlichen davon abhängig in welcher "Jahreszeit" die Bienen geboren wurde, welches Geschlecht sie trägt und welche Rolle sie im Bien, also dem Bienenvolk in seiner Gesamtheit, einnimmt.

Welche Bienen und unterschiedliche Aufgabengebiete gibt es in einem Bienenvolk?

Ein jedes Bienenvolk besteht aus einer einzigen Königin und Ihrem Hofstaat, der sowohl aus weiblichen, als auch männlichen Bienen gebildet wird. Einem Drohn fällt dabei eine einzige Lebensaufgabe zu: Die Begattung von jungfräulichen Königinnen. 

Den zahlenmäßig größten Teil der Bienen nehmen die Arbeiterinnen ein. Die Bienendamen sind für die komplette Organisation und den Betrieb des Familienunternehmens zuständig. Die Lebenszeit hängt dabei stark vom Zeitpunkt der Geburt bzw. viel mehr von der aktuellen Situation und Aufgabe des Bienenvolks ab.

Die Königin im Volk nimmt eine besonderen Stellung ein, da sie im Normalfall die einzige Biene ist die (insbesondere befruchtete) Eier legt. 

Wie lange lebt eine Bienenkönigin?

Als Mutter eines Bienenvolks legt eine Königin in der Blüte Ihrer Leistungsfähigkeit im Laufe des Sommers ca. 2000 bis zu 2500 Eiern am Tag! Bei jeder Eiablage kann die Königinnen zwischen einem unbefruchteten und einem befruchteten Ei wählen. Aus einem unbefruchteten Ei entsteht zwingendermaßen ein Drohn. Dahingegen kann aus einem befruchteten Ei eine Arbeiterin, aber bei entsprechender Fütterung und Form der Zelle in die das Ei gelegt wird, auch eine Königin entstehen.

Die die Nachkommen der Königin zwingend für den Fortbestand eines Bienenvolks notwendig sind, gesteht Mutter Natur der Königin die längste Lebensdauer aller Bienen zu. Sie lebt in der Regel zwischen drei und fünf, in Ausnahmefällen auch  länger als sechs Jahren. 

Lebenszyklus einer Arbeiterbiene/Arbeiterin?

Den Arbeiterinnen kommen vielfältigste Aufgaben innerhalb und außerhalb des Bienenstocks zu: An den ersten beiden Lebenstagen putzen die Bienen die Kinderwiegen, um sie für frische Eier zu säubern. An den Tagen drei bis fünf, füttern die Bienen ältere Bienenmaden und wärmen die Bienenbrut. An den Tagen darauf, sorgen sich die gleichen Bienen um die Fütterung der jüngeren Maden. In der Folge wenden sie sich, in Form von Bautrupps der Erneuerung und Erweiterung des Wabenbaus bis zu ihrem 18. Lebenstag zu. Alternativ nehmen sie mit Beginn des 16. Tages den angeschleppten Honig von den Sammlerinnen entgegen und lagern ihn in den freien Zellen des Wabenbaus ab. Erst in fortgeschrittenem Alter werden die "erfahrenen" Bienen als Wächterinnen zur Sicherung des Stocks eingesetzt, bevor sie ab dem 22. Tag den Sammeltätigen nachkommen und regelmäßig die meist hölzerne Behausung verlässt. Sie starbt nach etwa 35 kräftezehrenden Tagen und bei guter Wetterlage nach vielen, vielen Flugkilometern.

Wie entstehen Winterbienen?

Mit Abklingen des Sommers, lässt der natürliche Vermehrungstrieb in Form von Bienenschwärmen eines jeden Volks nach. Mit sinkenden Temperaturen, kürzer werdenden Tageslängen und dem nachlassenden Trachtangebot bereiten sich Bienenvölker mehr und mehr auf den Winter vor. In dieser Phase sinken die Brutflächen ab und das Volk beginnt vom eingetragenen Honig zu zehren, anstatt  außerhalb des Stocks Nektar und Pollen zu sammeln. Die Bienen die in dieser Phase schlüpfen werden mit deutlich weniger kräftezehrender Aufgaben vertraut und haben im Lauf der Jahreszeiten die Aufgabe das Volk durch den Winter zu führen. Bis zum 1. Generationswechsel im zeitigen Frühjahr, leben diese Bienen über mehrere Monate hinweg und damit deutlich länger als ihre Vorgänger-Sommerbienen.

Warum ein Drohn für fast  nichts zu gebrauchen, aber dennoch unheimlich wichtig für den Bien ist:

Wie bereits erwähnt, haben Drohnen die Aufgaben junge unbegattete Prinzessinen auf Ihrem Begattungsflug an Drohnensammelplätzen zu treffen und ihr Erbgut weiterzugeben. Eine jede Königin, die in der Hochphase von Bienenvölkern geboren wird, um nach dem Auszug eines Schwarms mit der Altkönigin, das Bienenvolk zu erneuern, wird von bis zu 15 Drohnen begattet. 

Die Natur sorgt damit für den Fortbestand einer genetischen Vielfalt, nicht zuletzt durch die Unterschiedlichen Flugradien von Drohnen und Königinnen. Kehrt eine Königin exakt zur gleichen Behausung zurück aus der sie ausgeflogen ist, vagabundieren die Drohnen dabei über mehrere Völker und legen dabei in Summe größere Strecken zurück als Königinnen auf ihrem Begattungsflug.

Da die Anzahl der Drohnen den zu begattenden Königinnen deutlich überwiegt, können nicht alle Drohnen zum Zug kommen. Das Ende eines Lebenszyklus erreichen Drohnen spätestens mit ca. 50 Lebenstagen oder aber im Anschluss an die geglückte Begattung einer Königin. Ein tragischer Heldentod...

Noch tragischer sterben Drohnen auf Grund der alljährlichen Drohnenschlachten, in denen Völker mit sinkender Schwarmlust die männlichen Bienen aus dem Stock vertreiben. Die Drohnen werden dabei sinnbildlich an Händen und Füßen aus der Bienenbeute gezerrt von vor die Tür gesetzt. Findet sich kein passender Stock, der noch um Drohnen wirbt, erwarten sie in dieser Phase der Bienensaison der Tod und ein unvollendetes Leben.

 

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